Schlacht im Teutoburger Wald

Wie man die Schlacht im Teutoburger Wald entdeckt? Gut dass Sie fragen! Es ist nämlich eigentlich ganz einfach.

Der wichtigste Anhaltspunkt zum Auffinden der Schlacht im Teutoburger Wald ist das römische Kastell Aliso, zum dem die Überlebenden der Schlacht im Teutoburger Wald geflüchtet sind. Da das eigentliche Ziel der Überlebenden der Schlacht im Teutoburger Wald der Rhein war und sie nicht gewillt waren, größere Umwege zu akzeptieren, muss Aliso zwischen dem Gebiet der Schlacht im Teutoburger Wald und dem Rhein gelegen haben. Da die Schlacht im Teutoburger Wald östlich des Rhein stattfand, fand die Schlacht im Teutoburger Wald demzufolge auch östlich von Aliso statt. Nun ist zu klären wie weit östlich von Aliso, und wo Aliso eigentlich lag.

Zum Auffinden von Aliso muss man, wie es grundsätzlich in der Geschichtswissenschaft zum Bestimmen der Lokationen einzelner Einrichtungen oder einzelner Ereignisse sinnvoll ist, unabhängig von mehr oder weniger zufälligen archäologischen Funden zunächst einmal die Anforderungen an die Lokation bestimmen, an der die Einrichtung gelegen oder das Ereignis stattgefunden haben könnte. Für das Kastell Aliso sind dies militärische, aber auch wirtschaftliche Anforderungen, welche durch geografische und geologische Faktoren erfüllt werden konnten.
Bei Errichten von Aliso war die westfälische Bucht das hauptsächliche Expansionsgebiet der Römer. Das Kastell sollte daher zur Überwachung der westfälischen Bucht einigermaßen zentral in dieser gelegen sein, und es sollte an der Kreuzung mehrer Wege liegen, damit die Legionäre von Aliso aus schnell diverse Orte in der westfälischen Bucht erreichen konnten. Und es sollte bei Gefahr auch schnell Unterstützung aus den römischen Kastelllen in Neuss und Xanten eintreffen können.

Des Weiteren sollten die Unterhaltskosten für das Kastell Aliso so gering wie möglich sein. Beim Unterhalt eines Kastells ist der größte Kostenpunkt die Proviantversorgung für die Legionäre. Die Kosten für die Lebensmittel selbst kann man nicht minimieren, wohl aber die Transportkosten für die Lebensmittel, indem man das Kastell möglichst nah bei der Gegend errichtet, in der die Lebensmittel produziert werden.
Wenn man diese Anforderungen berücksichtigt, ergibt sich für die optimale Lokation von Aliso ein Ort am westlichen Rand der Hellwegbörde. Hier kreuzten sich Wege, die von den Kastellen in Neuss und Xanten kamen, und weiter in die westfälische Bucht führten. Und in der Hellwegbörde konnten auf Grund der sehr guten Bodenqualität auch mit den damaligen Mitteln große Mengen an Lebensmitteln produziert werden. Das Kastell Aliso lag daher auf dem Gebiet des heutigen Unnas.

Die Schlacht im Teutoburger Wald fand also östlich von Unna statt. Für die Klärung der Frage ‚wie weit östlich?‘ ist zu klären, auf welchem Weg sich die Varus-Legionen bewegten, als sie von Arminius‘ Streitmacht angegriffen wurden. Hier stellen sich die Frage, woher kamen die Varus-Legionen, und welchen Ort wollten sie erreichen?
Die Frage des ‚woher?‘ ist schnell zu klären, die antiken Quellen berichten, dass Varus aus dem Sommerlager an der Weser kam. Die Fage des ‚wohin‘ ist nun noch der letzte offene Punkt zum Auffinden des Ortes der Schlacht im Teutoburger Wald. Wo lag das Gebiet des Stammes, der Varus wegen des Aufstandes eines benachbarten Stammes zu Hilfe gerufen hatte, weswegen Varus auf dem Rückweg von der Weser zum Winterlager am Rhein des Umweg durch den Teutoburger Wald machte. Der Stamm, wegen dessen die Varus-Legionen in den Hinterhalt gerieten.
Der letzte wichtige Ort in Germanien vor der Schlacht im Teutoburger Wald war also das Sommerlager an der Weser, der erste wichtige Ort in Germanien nach der Schlacht im Teutoburger Wald ist das Gebiet der Marser. Hier fand im Herbst des Jahres 14. n. Chr. der erste Angriff von Germanicus im Rahmen seiner Rachefeldzüge der Jahre 14 bis 16 n. Chr. statt, und endete mit einem Genozid an den Marsern. Militärisch war der Feldzug gegen die Marser sowohl von der Jahreszeit als auch vom Ort her völlig unlogisch. Die Bedingungen für einen Feldzug im Herbst eines Jahres waren wegen der einsetzenden herbstlichen Regenfälle schlecht, und der Erfolg eines Angriffs im Herbst war auch wenig nachhaltig, da sich der Gegner im Winter und Frühjahr wieder neu formieren konnte. Der Angriffsort lag tief in Germanien, ein Brückenkopf für die Angriffe des nächsten Frühsommers konnte daher auch nicht gebildet werden. Und auch der Genozid an den Marsern war ungewöhnlich. Römer waren nicht zimperlich, aber zu solchen Mitteln griffen selbst sie selten.
Der Angriff auf die Marser glich also eher einem Kommandounternehmen hinter den feindlichen Linien, das in diesem Fall gezielt der Vernichtung der Marser dienen sollte. Die Römer hatten mit den Marsern offensichtlich eine besondere Rechnung zu begleichen, und das am 5. Jahrestag der Schlacht im Teutoburger Wald. Die Annahme drängt sich auf, dass die Marser der Stamm waren, wegen dessen die Römer in den Hinterhalt gerieten.

Zum Zeitpunkt des ersten Angriffs während der Schlacht im Teutoburger Wald waren die Römer also auf dem Weg von der Weser zum Stammesgebiet der Marser zwischen oberer Lippe und oberer Ruhr, um ihnen gegen die vermeintlich aufständischen Chatten zur Hilfe zu kommen. Von der Weser zum Stammmesgebiet der Marser führte das Altstraßensystem des ‚Frankfurter Wegs‘. Somit ist der Ort des ersten Angriffs im Verlauf der Schlacht im Teutoburger Wald in etwa bestimmt, nämlich der Frankfurter Weg östlich von Aliso/Unna, d. h. der Frankfurter Weg am östlichen Ende der westfälischen Bucht. Auf Basis der antiken Quellen lässt sich das Gebiet noch genauer eingrenzen, insbesondere der Geschichtsschreiber Cassius Dio berichtet detailliert. Cassius Dio beschreibt den Ort der Schlacht im Teutoburger Wald als ein Waldgebirge mit tiefen Schluchten. Durch ein Gebiet mit tiefen Schluchten führt der Frankfurter Weg in Ostwestfalen über die Paderborner Hochfläche. Somit ist der Ort des ersten Angriffs der Schlacht im Teutoburger Wald genau bestimmt, nämlich der Frankfurter Weg auf der Paderborner Hochfläche.

Abb.: Bestimmung des Ortes der Schlacht im Teutoburger Wald (Google Maps Link)

  1. Legionslager Xanten (Vetera), blaue Markierung
  2. Legionslager Neuss (Novaesium), grüne Markierung
  3. landwirtschaftlich ertragreiche Hellwegbörde, grüne Fläche
  4. aus 1., 2. und 3. resultierender optimaler Standort für ein Legionslager bei Unna (Aliso), gelbe Markierung
  5. für den ersten Angriff in Frage kommendes Gebiet östlich von Aliso, blaue Fäche
  6. Siedlungsgebiet der Marser (Stamm der Varus um Hilfe bat), gelbe Fläche
  7. von der Weser zu den Marsern führende Altstraße Frankfurter Weg, braune Linie; Richtung Weser, runde Markierung; Richtung Chatten, quadratische Markierung
  8. in den antiken Quellen beschriebenes Gebiet mit tiefen Schluchten, rote Fäche

 

Nach dem ersten Angriff brach Varus den Umweg nach Süden ab, um in westlicher Richtung zunächst Aliso, und im Weiteren die Kastelle am Rhein zu erreichen. Von der Paderborner Hochfläche in Richtung Aliso/Unna führt die Altstraße ‚Haarweg‘. Somit lässt sich der gesamte Verlauf der Schlacht im Teutoburger Wald wie folgt bestimmen: die Varus-Legionen bewegten sich zum Zeitpunkt des ersten Angriffs auf dem Frankfurter Weg auf der Paderborner Hochfläche in südlicher Richtung, und bewegten sich in den folgenden 3 Tagen in westlicher Richtung auf der Haarhöhe bzw. auf dem Haarweg, wo sie von Arminius‘ Streitmacht wiederholt angegriffen und schließlich vernichtend besiegt wurden.

Abb.: Verlauf der Schlacht im Teutoburger Wald (Google Maps Link)

Erste archäologische Funde, z. B. ein römischer Stilus, sind Indizien für die Richtigkeit der Theorie der Schlacht im Teutoburger Wald zwischen Paderborner Hochfläche und Haarhöhe.

Abb.: Römischer Stilus

Soweit die grobe Zusammenfassung der Theorie, detaillierter geht es hier weiter: Schlacht im Teutoburger Wald – ALISONENSIS